Magazin/Raumfeld vs Sonos: Deutsches Multiroom-System im Vergleich

Raumfeld vs Sonos: Deutsches Multiroom-System im Vergleich

·0 Aufrufe

Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.

MultiroomSonosRaumfeldTeufelStreaming

Sonos dominiert den Multiroom-Markt seit 2002 mit über 9 Millionen Haushalten weltweit. Raumfeld dagegen ist die deutsche Antwort von Teufel aus Berlin, seit 2009 auf dem Markt, mit Fokus auf bessere Audio-Qualität und HiFi-Anschlüsse. Beide Systeme funktionieren völlig unterschiedlich: Sonos setzt auf Cloud und App-Komfort, Raumfeld auf lokale Streaming-Architektur und größere Treiber. Für 25-35 m² große Wohnzimmer mit Audio-Anspruch eine echte Entscheidung.

Sonos: Marktführer mit App-Ökosystem

Sonos baut sein System um die zentrale Sonos-S2-App herum. Jeder Lautsprecher (Era 100 für €279, Era 300 für €499, Sonos Five für €599, Move 2 für €499, Roam 2 für €199) verbindet sich über WLAN und nutzt das Sonos-eigene SonosNet-Mesh-Protokoll oder direktes 2,4-/5-GHz-WLAN. Die App bündelt über 100 Streaming-Dienste, von Spotify Connect über Apple Music, Amazon Music, Tidal Connect, Deezer bis zu DLNA-Servern im Heimnetz. Wichtig: Sonos benötigt für die Erst-Einrichtung ein Konto und eine aktive Internet-Verbindung, danach läuft das Streaming auch über lokale UPnP-Server vom NAS.

Akustik: Der Era 300 ist Sonos' Antwort auf Dolby Atmos für Multiroom. Mit sechs Treibern (4 Tweeter, 2 Mid-Woofer) und Upfire-Modulen erreicht er 5.1.4-ähnliche Räumlichkeit aus einem Gehäuse. Für Stereo-Setups paaren sich zwei Era 300 zu einem virtuellen Stereo-Paar mit Trueplay-Raumkorrektur. Trueplay misst per iPhone-Mikrofon die Raumreflexionen und passt EQ automatisch an, funktioniert seit iOS-Update 2023 auch mit Android-Geräten.

Raumfeld vs Sonos: Deutsches Multiroom-System im Vergleich — practical guide overview
Raumfeld vs Sonos: Deutsches Multiroom-System im Vergleich

Schwäche bei Sonos: Keine direkten HiFi-Eingänge. Wer einen Plattenspieler oder externen DAC anschließen will, braucht den Sonos Port (€499) oder Sonos Amp (€799) als Brücke, beide nur Cinch-Stereo-Eingang. Außerdem: Sonos hat 2024 ein massiv kritisiertes App-Update gebracht, das einige Stamm-User in den Sonos-Foren wütend zurückgelassen hat.

Raumfeld: Teufels HiFi-Multiroom mit dickeren Treibern

🔈

Teufel Ultima 40 Mk4 Standlautsprecher

Deutsche HiFi-Marke mit Kevlar-Mitteltöner — die im Artikel beschriebene Klangverbesserung direkt umsetzbar.

Bei Amazon ansehen →

* Affiliate-Link

Raumfeld kommt aus Berlin von der Teufel-Gruppe. Das System unterscheidet sich konzeptionell in drei Punkten: 1) Größere Treiber pro Lautsprecher (zB Raumfeld Stereo M mit 165-mm-Tieftöner und 25-mm-Hochtöner), 2) Native HiFi-Anschlüsse (Stereo-Cinch, optisch, USB), 3) Streaming-Architektur über lokalen Server statt Cloud. Der Raumfeld-Base-Server koordiniert das Mesh über Ethernet, stabiler als reine WLAN-Lösungen.

Aktive Modelle 2026: Raumfeld One M (€399), Raumfeld One S (€269), Raumfeld Stereo M (€799 paarweise), Raumfeld Cinebar Lux Soundbar mit Dolby Atmos (€1.499). Verstärker-Leistung: 70-150 W RMS pro Lautsprecher, deutlich mehr als die meisten Sonos-Modelle. Frequenzgang typisch 40 Hz - 22 kHz, bei Stereo M sogar 33 Hz aufwärts.

📊 Specs: Raumfeld Stereo M (Paar, €799) liefert 2× 100 W RMS, 33 Hz - 22 kHz Frequenzgang und 24-Bit-/192-kHz-Streaming. Ein Sonos Five (€599 einzeln) bringt 6 Class-D-Verstärker, aber nur 6,5"-Tieftöner und kein Hi-Res über 24/48.

Streaming-Dienste: Spotify Connect, Tidal Connect, Apple Music via AirPlay 2, Amazon Music Unlimited, Qobuz, Deezer, Internet-Radio, DLNA-Server, lokale USB-Sticks. Die Raumfeld-App ist Teufels-eigene Entwicklung, weniger glatt als Sonos S2, dafür mit direkten EQ-Reglern und ohne Cloud-Zwang. Wer kein Konto bei Teufel anlegt, kann das System trotzdem voll nutzen.

Klang-Vergleich: Wo Raumfeld punktet, wo Sonos vorne liegt

Bei reiner Stereo-Wiedergabe in mittleren Räumen (20-30 m²) klingt ein Paar Raumfeld Stereo M druckvoller und linearer als zwei Sonos Era 300, vor allem im Bass-Bereich unter 80 Hz, wo der größere Tieftöner physikalisch Vorteile hat. Auch die Mitten wirken klarer, weil weniger DSP-Korrektur greift. Für klassische HiFi-Anhänger ist Raumfeld die natürlichere Wahl.

Bei Multiroom-Steuerung und App-Komfort hat Sonos die Nase klar vorn. Die S2-App reagiert schneller, das Gruppieren von Räumen ist intuitiver, Sprachsteuerung über Sonos Voice Control, Alexa und Google Assistant funktioniert nativ. Raumfeld unterstützt nur Alexa (kein Google), und die App hat in den letzten Jahren weniger Updates gesehen.

Vergleichs-Tabelle der wichtigsten Eckpunkte

KriteriumSonosRaumfeld
HerstellerSonos Inc., USATeufel, Berlin
Streaming-ArchitekturCloud + Meshlokal + Mesh
Treiber-Größe (Top-Modell)Era 300: 4× Tweeter, 2× MidStereo M: 165 mm + 25 mm
Hi-Res-Streaming24/48 (kein Hi-Res)24/192
Dolby Atmosja (Era 300, Arc Ultra)ja (Cinebar Lux)
RaumkorrekturTrueplay (iOS+Android)Room Calibration
HiFi-Eingängenur via Port/Amp AdapterCinch, optisch, USB nativ
App-Reifemarktführendsolide, weniger Updates

Verfügbarkeit, Service und Langzeit-Support

Sonos liefert Software-Updates seit über 20 Jahren und unterstützt Geräte 8-12 Jahre nach Kauf. Die S2-Plattform deckt aktuell alle Modelle ab Connect-Generation 2 (2015) ab. Wer einen alten Sonos Play:1 von 2013 besitzt, bekommt seit 2023 nur noch Sicherheits-Updates über die ältere S1-App, aber das Gerät funktioniert weiterhin.

Raumfeld hatte 2018-2020 eine schwierige Phase mit Update-Lücken und unklaren Roadmaps. Seit Teufels Umstrukturierung 2022 läuft das System wieder stabiler, und neue Modelle wie One M und Cinebar Lux kamen 2023-2025 regelmäßig auf den Markt. Die Update-Frequenz bleibt geringer als bei Sonos, aber für ein deutsches Audio-Unternehmen mit Berlin-Sitz solide. Vorteil: Direkter Support per Telefon und E-Mail in deutscher Sprache, Garantie-Abwicklung über Teufel-Standorte.

Raumfeld vs Sonos: Deutsches Multiroom-System im Vergleich — step-by-step visual example
Raumfeld vs Sonos: Deutsches Multiroom-System im Vergleich
⚠️ Kompatibilitäts-Falle: Sonos und Raumfeld sind nicht miteinander kompatibel, kein gemeinsames Mesh, keine Audio-Synchronisation. Wer beide Systeme parallel betreibt, muss separate Quellen, getrennte Apps und unterschiedliche Streaming-Konten pflegen. Entscheidung idealerweise vor dem ersten Kauf treffen.

Konkrete Setup-Empfehlungen nach Anwendungsfall

  1. Einsteiger-Multiroom (3-4 Räume): Sonos Era 100 (€279) pro Raum. Schnelle Einrichtung, beste App, ausreichend Klang für Hintergrund-Musik in 15-25 m² Räumen.
  2. HiFi-Wohnzimmer + Küche: Raumfeld Stereo M Paar (€799) im Wohnzimmer, Raumfeld One M (€399) in Küche. Erkennbar dichtere Bässe und mehr Pegel-Reserve als Sonos.
  3. Heimkino + Multiroom kombiniert: Sonos Arc Ultra (€999) als Soundbar + Era 300 als Rears + Sub Mini (€499). Dolby Atmos plus Spotify-Integration in einem Ökosystem.
  4. Plattenspieler-Integration: Raumfeld One M direkt am Pre-Out des Phono-Verstärkers anschließen, oder Sonos Amp (€799) mit eingebautem Phono-Eingang.

Take-Away: Sonos für Komfort, Raumfeld für Audio-Anspruch

Wer ein einfach zu bedienendes Multiroom-System sucht, mehrere Räume schnell aufrüsten will und mit ausgewogenem (aber nicht audiophilem) Klang zufrieden ist, fährt mit Sonos die sichere Linie. Die App-Reife, die breite Streaming-Dienst-Auswahl und der Wiederverkaufswert sprechen klar dafür. Era 100 für €279 ist die solide Einstiegswahl für 15-25 m² Räume.

Wer dagegen Klang priorisiert, gerne Plattenspieler oder externen DAC anschließt und ein deutsches Unternehmen mit Berlin-Support bevorzugt, ist bei Raumfeld besser aufgehoben, vor allem im Wohnzimmer-Setup ab 25 m². Die Stereo-M-Paare liefern eine HiFi-Performance, die Sonos in dieser Preisklasse nicht erreicht. Beide Systeme leben mindestens 8-10 Jahre, also lohnt sich die Grundsatz-Entscheidung vor dem ersten Kauf, danach lassen sich Mischungen kaum noch sauber zusammenführen.

Ein praktischer Tipp zum Hörtest: Beide Hersteller haben in größeren Städten Showrooms, Teufel in Berlin (Tempelhof) und München, Sonos über Fachhändler wie expert oder Saturn-Connect-Filialen. Eine halbe Stunde mit eigenen Musikstücken vor Ort spart später Frustkäufe. Beide Anbieter bieten zudem ein 14-30-tägiges Rückgaberecht beim Online-Direktkauf, sodass auch ein Heimtest realistisch funktioniert. Bei der Wahl der Streaming-Plattform vorab klären: Tidal Connect mit Master-Quality läuft auf Raumfeld in voller 24/192-Auflösung, auf Sonos dagegen nur in 16/44-Standard, ein Punkt, der für Hi-Res-Abonnenten entscheidend ist und 5 Jahre System-Lebensdauer prägen wird. Ebenso: Apple-Nutzer profitieren bei Sonos von tiefer AirPlay-2-Integration, während Android-Nutzer mit beiden Systemen gleich gut fahren.

Veröffentlicht durch die SoundKino-Redaktion. Veröffentlicht am 4. September 2026.

Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.

Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@soundkino.de

Artikel teilen

Die besten Sound- & Kino-Tipps

Neue Reviews, Setup-Guides und Deals – kostenlos und jederzeit abbestellbar.

🎁 Gratis dazu: Heimkino-Einsteiger-Guide (PDF)

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.